Die Magie einer Augustnacht im Hohen Venn
Das Hohe Venn hat mich schon immer inspiriert, egal zu welcher Jahreszeit. Bisher habe diese Location nur immer im Herbst besucht. Man konnte stundenlang auf den Holzstegen wandern und den bundten Fanr, kleine Bäche und Mosse im Sonnenlicht fotografieren. Denn dieser Spot war bisher immer ein Ausflugsziel bei meinem Fotoworkshop in der Eifel.
Nun war ich zum ersten Mal im Sommer da. An diesem Tag hatten wir die partielle Sonnenfinsternis, die man von diesem Ort aus gut beobachten konnte. Aufgrund der langen Anreise aus, haben wir uns jedoch gegen das Motiv der Sonnenfinsternis entschieden. Wir wollten uns auf die Milchstraße dort als Motiv konzentrieren. Allerdings haben wir durch die partielle Sonnenfinsternis ein wunderschönes Abendlicht gehabt, dass über die Weite des Hohen Venns seine Wärme verbreitete. Durch den Sonnenuntergang und durch einige Fichten hatten wir ein schönes Licht-Schattenspiel im Motiv, wobei die Gräser und die Heide abwechselnd leuchteten.

Die partielle Sonnenfinsternis über dem Hohen Venn sorgte für ein sehr warmes Licht üb dem Hohen Venn.
Die Faszination „Noir Flohay“. Warum der Geisterwald das perfekte Motiv ist
Beim Geisterwald „Noit Flohay“ handelt es sich um abgebrannte Fichten, die ich schon seit einigen Jahren mit der Milchstraße in Szene setzen wollte. Dieses Jahr konnte ich mir diesen Wunsch endlich erfüllen. Durch die verbrannten Fichtenstämme die in der Gegend stehen, wirkt die Fotospot wie aus einer anderen Welt und das macht aus meiner Sicht diese Location zu einem passenden Ort, um diesen mit der Milchstraße zu kombinieren. So richtig gespennstig wirkt der Geisterwald, wenn er im Hersbt vom Nebel umhüllt ist.. Das ist im Vergleich zum Sommer noch einmal eine komplet andere Stimmung, die Du dann in Deienn Fotos festhalten kannst.
Als wir unser Ziel nach ca. 40 Minuten Wanderzeit vom Parkplatz erreicht haben, setze bereits die Himmelsröte ein. Der ideale Zeitpunkt sich schon einmal den einen oder anderen Kamera-Standort auszusuchen, die Kamera einzustellen und ein paar Fotos zu machen. Wenn Du so vor gehst hast Du wahrscheinlich ausreichend Material von einem Fordergrund, den Du später zusammen mit Deiner Milchstraße in den Mittelpunkt stellen kannst. Für das Titelbild dieses Blogpost habe ich mich für die Sikhouette des Geisterwaldes entschieden.

Was mich ein wenig überrascht hatte, dass es zum Sonnenuntergang noch recht viele Tagestouristen am Geisterwald waren. Meine Vermutung ist, dass diese wegen der partiellen Sonnenfinsternis das Hohe Venn besucht haben. Denn viele haben sich ein Baguette und eine Flasche Wein mitgebracht und diese auf den Holz-Stegen verzeht, während sie dem Sonnenuntergang durch Ihre Sonnenschutzbrillen beobachtet haben. Allerdings war an diesem Tag kein andere Fotograf hier unterwegs um die Michstraße zu fotografieren.
Die optimale Planung: Timing, Mondphase & Sternschnuppen-Glück
Grundsätzlich gilt für alle Milchstraßenfotos unabhängig von der Region, dass Du die Fotos in der Nähe von der Neumondphase bei klarem Himmel fotografiert. Zu dieser Zeit ist das Licht im geringsten und die Chance die Milchstraße fotografisch festzuhalten ist ist am größten.
Ein Tipp für Dein Sternschnuppenglück: Um den 12 August herum ist jeds Jahr die Persidendichte am Größten. Somit hast Du die Chane die meisten Sternschnuppen zu fotografieren. Es gibt ein radiales Zentrum rund um das Sternenbild Cassiopeia, dass Du mit Hilfe unterschiedlichen Astro-Apps entdeken kannst, falls Du nicht so geübt bist.
Du kannst aber nicht nur im Hohen Venn die Milchstraße beobachten. Es gibt in Deutschland einige ländliche Ecken, in dem Du die Milchstraße mit bloßem Auge sehen und fotografieren kannst. Nutze dazu die Light Pollution Map, um herauszufinden wie stark die Lichtverschmutzug in Deiner favorisierten Gegend ist und ob sich Deine Wunschgegend für ein solches Motiv überhaupt eignet. Deine Wunschlocation sollte so wenig Lichtverschmutzung wie möglich haben.
Das richtige Kamera-Equipment für die Nachfotografie
Es gibt bestimmt Methoden, mit der Du die Milchstraße auch schon mit Deinem Smartphone fotografieren kannst. Dafür bin ich jedoch der richtige Ansprechpartner für Smartphone-Fotografie. Meine Fotos mache ich mit viel Zeit, Liebe und teilweise auch mit Kompositionen, um ein beindruckendes Foto zu erstllen. Daher empfehle ich Dir zumindest eine Spiegelreflex-Kamera oder eine Systemkamera.
Du brauchst ein Stativ und ein möglichst lichtstarkes Objektiv, z. B. eines mit einer Blenden ƒ 2.8.. Wenn Du nicht über ein solches Objektiv verfügst, benötigst mehr Belichtungszeit oder eine höhere ISO Beachte bitte, dass die maximale Belichtungszeizt mit abhängig von der Brennweite Deines Objektives und Deiner Kamera ist. Alles diese Infos findest Du in meiner Anleitung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Kamera Einstellung vor Ort
Um doppelten Content in meinem Blog zu vermeiden, habe ich Dir bereit eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung in folgendem Artikel zum „Fotografieren der Milchstraße„verlinkt. Es bedarf nämlich einiges mehr als das bisher genannte Kamera-Equipment. Nicht nur die Belichtungszeit ist abhängig von Deinem Objektiv, sondern auch von Deinem Kamera. Daher findest Du in diesem Artikel weitere sinnvielle Tipps, um z. B. anhand der 500er-Regel die Belichtungszeit zu berechnen.
An dieser Stelle möchte ich Dir jedoch einen weiteren Tipp geben. Auch wenn Du ein Lichtstarkes Objektiv hast, probiere unterschiedliche Belichtungszeiten, ISO-Einstellungen unf Belichtungszeiten aus. Wenn Dir der Himmel zu grau ausfrisst, wird es schwer dem Himmel eine natürliche Farbe in der Bildbearbeitung mitzugeben.
Mein Erfahrungsbericht: Die Nacht vom 12. bis 13. August
Der Abend des 12. August hatte wirklich viele spannende Motive zu bieten. Das Licht der partiellen Sonnenfinsternis, die Himmelsröte, die Persiden und natürlich auch die Milchstraße. Ich hätte die ganze Nacht weiter fotografieren können und mich gerne auch noch ein paar fotografischen Experimenten gewidmet. Gerne hätte ich auch noch die Sternschnuppen mit Ihrem radialen Zentrum fotografiert. Dazu hätte ich ca. 100 – 200 weitere Fotos anfertigen müssen. Auch ein Experiment im Bereich der Deepsky-Fotografie hätte ich gerne vorgenommen. Mein Wunsch ist es noch einmal den Lagunennebel mit einem Tele und meine Nachführung zu fotografieren.
Daher mine Empfehlung: Markiert Euch grundsätzlich den 12. August im Kalender, wenn Du Sternschnuppen sehen oder fotografieren wollt. Prüfe über Google oder entsprechende Apps, wann die nächste Neumondphase ist. Auch wenn Du noch nicht sicher im Erkennen von Sternenbilder wie z. B. der große bist, helfen Dir Apps dabei Dein Auge zu schulen. Südliche des großen Wagens geht die Milchstraße auf.

Sicherheit & Naturschutz im Hohen Venn bei Nacht
Sicherlich habt Ihr das gerade auch den Medien entnehmen können. Zwei Tage nach unserer Foto-Session im Hohen Venn ist dieses Naturschutzgebiet abgebrannt. Es ist für mich noch unglaublich und unfassbar, dass ich einer der wenigen war, der evtl. diese Gegend noch so zum letzten Mal in dieser Form gesehen hat. Da ich auch beim nächsten Eifel-Fotoworshop wieder plane in die Gegegend zu reisen, werde ich dem Hohen Venn einen Tag vorher einen Besuch abstatten, um zu sehen wie sich diese Gegend durch den Brand verändert hat. Jahrelange haben die Belgier den Wanderstegen gearbeitet. Dieses Jahr konnte ich zum ersten Mal direkt bis zum Geisterwald durchgehen.
Was die Ursache für den Brand war ist meines Wissens zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht geklärt. Aber eines sollte klar sein. Egal ob Fotograf oder Wanderer. Es muss doch allen klar sein, dass man zu einer Trockenzeit im Sommer in einem Naturschutzgebiet nicht rauchen muss und die Natur achtet. Außerdem sollten wir auch den Naturschutz im Hinterkopf behalten, wenn wir ein Bild in Szene setzen wollen.
Das Moor hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder gebrannt. Durch die unzähligen Brände entstand auch dieser Geisterwald und macht diese Gegend zu einem besonderen Ausglugsort für Fotografen und Wanderer.=
Fazit & Dein Einstieg in die Nachtfotografie
Ich hätte in dieser Nacht noch viel länger fotografieren können. Das Zentrum der Milchstraße ging an diesem Tag gegen 22:30 Uhr sichtbar auf und wanderete immer mehr in Richtung Himmelsmitte. Dadruch haben sich wieder ganz andere Motive ergeben, die man hätte fotografieren können. Allerdings sind wir gegen 23:40 Uhr langsam wieder in Richtung Parkplatz gelaufen, da wie noch einmal 2,5 Stunden nach Hause fahren mussten. Dementsprechnd müde waren wir auch, als wir endlich zuhause angekomme sind. Das nächste Mal würde ich mir hier ein Zimmer in der Nähe nehmen.
Ich hätte gerne auch noch eine Bildeserie von den Sternschnuppen gemacht, denn in dieser Nacht war die Sternschnuppendichte am höchsten. Wenn Du beide Motive festhalten möchtets, empfehle ich Dir mit einer zweiten Kamera mitzunehmen. Zum erstellen von Sternschnuppenfotos brauchst verändert sich die Bildbearbeitung. Dafür brauchst Du ein Stacking von mehren Fotos. Außerdem solltest Du beim fotografieren dann eine Nachführung wie das Omegon Mini Track nutzen damit Du beim fotografieren der Bilderserie immer das radiale Zentrum den Sternschnuppen weiter verfolgen kannst, ohne dass sich Dein Bildausschnitt verändert.
Konnte ich Dich für Dich Nachtfotografie begeistern? Dann schau doch mal bei meinen aktuellen Fotoworkshops vorbei. Vielleicht ist noch ein Platz in einem passenden Fotoworkshop oder Fotoreise Deiner Wahl vorhanden. Falls nicht, trage Dich gerne in meinem Newsletter ein und erhalte „Early Bird-Angebote“ exklusiv vorab. Folge mir auch auf Instagram, um weitere Fotos von der Milchstraße, von meinen Fotoworkshops und Fotoreisen zu sehen.
Falls Dir das Motiv der Michstraße im Hohen Venn gefällt, dann schau auch mal im Shop vorbei. Dort kannst Du das Bild ab 16,99 € für Deine Wand in verschiedenen Formaten drucken. Angefangen von einem Fotoabzug, über verscheidene Leinwände bis hin zum Gallery-Print hinter Acrylglas. Ist Dein gewünschtes Foto nicht dabei? Melde Dich über mein Kontaktformular und ich lade es Dir in den Shop.








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